Dienstag, 3. April 2018

A Silent Voice – Koe No Katachi



Die Geschichte des Filmes beleuchtet das Leben des Schülers Shoya Ishida. Zur Grundschulzeit macht er sich einen Spaß daraus, seine gehörlose Mitschülerin Shoko zu ärgern. Was als harmloser Spaß beginnt, breitet sich in der gesamten Klasse aus und schon bald wird das Mädchen zur Zielscheibe zahlreicher Mobbingangriffe. Sie trägt es so gut als möglich und versucht durch Nachsicht und Freundlichkeit ihre Trauer zu überspielen, doch als die Sache aus den Fugen gerät, wechselt Shoko die Schule und Shoya selbst wird dafür verantwortlich gemacht. Lehrer und Mitschüler beginnen ihm Vorwürfe zu machen und bald wird er zum Opfer seiner eigenen Taten, als sich die Mobbingangriffe gegen ihn richten. Gleichzeitig fühlt er sich unglaublich schuldig für das, was er getan hat, ein Gefühl, das ihn sich vollkommen abschotten lässt. Er verliert das Interesse an seinem Umfeld und beginnt, ein einsames Leben ohne Freunde zu fristen. Auch Jahre später hat er die seelischen Wunden, die er sich selbst zugefügt hat, nicht überwunden. Seine Schuldgefühle treiben ihn sogar bis zum versuchten Selbstmord. Schlussendlich entscheidet er sich dazu, das Mädchen von damals, Shoko Nishimiya, ausfindig zu machen und sich bei ihr zu entschuldigen. Es beginnt eine Geschichte um die Vergebung von Schuld und der Kampf, um mit sich selbst im Reinen zu sein. A Silent Voice ist ein romantisches Drama, das seinen Fokus aber hauptsächlich auf das persönliche Dilemma des Protagonisten legt und den Umgang mit seinen Schuldgefühlen portraitiert.

Audiovisuell präsentiert sich A Silent Voice in überragenden und wunderschönen Bildern, die durch traumhaft- melancholische Töne zu einer wunderbaren Symphonie verschmelzen, welche die bittersüße Geschichte um Schuld und die Last des eigenen Lebens, aber auch Freundschaft und Liebe, genial erzählen. Selbst die deutsche Vertonung ist auf einem äußerst hohen Niveau, was den Film wiederrum auch für Zuschauer interessant macht, die kein besonderes Interesse an Anime per se haben. Generell erzählt der Film seine Geschichte unglaublich einfühlsam und gleichzeitig sehr mutig. Oftmals muss man als Zuseher aufmerksam die Geschehnisse verfolgen, um die gesamte Geschichte zu verstehen. Dabei bleibt A Silent Voice weit entfernt von einer klassischen Liebesgeschichte und zeigt stattdessen oftmals die Probleme und Herausforderungen im Alltag als und mit gehörlosen Menschen.

Abschließend kann ich nur sagen, dass A Silent Voice wohl zu den besten und einfühlsamsten Filmen gehört, die ich je gesehen habe. Auch abseits von Animationsfilmen stellt der Streifen eine wahre Bereicherung für jede Filmsammlung dar. Ein wunderschönes Meisterwerk, das seine Zuschauer sowohl auf einer emotionalen, als auch auf einer geistigen Ebene treffen wird. Kurzum ist A Silent Voice ein pädagogisch und literarisch äußerst gelungenes und wertvolles Erlebnis für Zuschauer aus allen Interessensbereichen.

Samstag, 10. März 2018

Das nächste Super Smash Bros. - Fünf Dinge, die ich mir wünsche




Nintendo hat es endlich getan! Gestern Abend zeigten Sie in Ihrem aktuellen Nintendo Direct einen der wohl meisterwarteten Titel für die Switch: „Super Smash Bros.“. Die Serie gehört auch zu meinen absoluten Lieblingsvideospielen und ich weiß nicht, wie viele Stunden, Tage und Wochen ich bereits in meinem Leben mit dem Beat’em up verbracht habe. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass der Titel bereits in diesem Jahr erscheinen soll. Passend hierzu möchte ich nun einige Punkte aufzählen, die ich mir für den kommenden Ableger wünsche:



1. Smash Bros. 5
Der Titel ist eigentlich relativ selbsterklärend. Anders als Nintendo es bei Mario Kart gemacht hat, wünsche ich mir, dass sie mit Smash Bros einen vollkommen neuen Serienableger liefern. Mario Kart 8 Deluxe ist super und durch die schlechten Verkaufszahlen der Wii U auch vollkommen gerechtfertigt. Dennoch wünsche ich mir, dass Nintendo bei ihrer Smash-Serie einen vollkommen neuen Teil veröffentlichen wird, der viele Überraschungen bereit hält.

2. Kostümwahl
Wie wir es im kurzen Teaser bereits sehen konnten, erhält Link sein aktuelles Aussehen aus Breath of the Wild. Beim wahnsinnigen Erfolg des Spiels ist das kein Wunder und ich finde es super, dass die Entwickler neue Designs einbinden. Doch seit Brawl wünsche ich mir ein besonderes Feature im Spiel: die Kostümwahl. Derzeit sieht es ja so aus, dass im Charakterwahlmenü lediglich die Farbe einer Figur gewechselt werden kann. Ich würde es jedoch viel spannender finden, wenn wir stattdessen, oder auch zusätzlich verschiedene Kostüme der Charaktere aus ihren verschiedenen Spieleauftritten wählen könnten. Gerade bei Veteranen wie Link wäre das fantastisch. Im vierten Teil der Serie konnten wir bereits solche Ansätze sehen, denn Link hatte hier etwa schon die Möglichkeit als „Dark Link“ oder „Grimmige Gottheit“ zu kämpfen. Die DLC-Kämpfer Cloud und Bayonetta boten ebenfalls unterschiedliche Kostüme. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Entwickler einzelne Kostüme integrieren, die man als Spieler erst freischalten muss.

3. Story Modus
Wer erinnert sich noch an den Subraum Emissär, dem Story Modus von Super Smash Bros. Brawl? Genau solch einen Modus wünsche ich mir erneut. Einen spaßigen Ausflug in eine unterhaltsame Geschichte, in der es darum ging, eine Vielzahl an Charakteren aus dem Nintendo-Universum einzusammeln und gemeinsam mit ihnen gegen das Böse zu kämpfen. Dabei ließ sich dies sogar im Multiplayer bewältigen. Wie in einem klassischen Sidescroller kämpfte man sich dabei durch Horden von Feinden um immer wieder gegen diverse Endbosse und andere Smash-Kämpfer anzutreten. Das i-Tüpfelchen waren wohl die aufwändigen Zwischensequenzen. Der Modus gefiel mir auf jeden Fall um Längen besser, als der seltsame und recht willkürlich wirkende „Party-Modus“ im letzten Ableger.

4. Controller Support
Auch dieser Punkt ist relativ selbsterklärend. Gerade die Smash-Community ist oft sehr traditionell eingestellt. Dabei liegt nach wie vor ein besonderes Augenmerk auf die Steuerungsmethode. Denn seit Melee auf dem Gamecube, bekämpft sich eine Vielzahl der Spieler immer noch mit dem klassischen GC-Controller, welcher meiner Meinung nach fast perfekt für das Spiel zugeschnitten scheint. Doch auch die Kombination aus Wiimote und Nunchuck oder der Classic-Controller, haben ihre Fans. Da schon die Wii U sämtliche Steuerungsoptionen unterstützte, wäre es folglich nur wünschenswert, wenn auch der neueste Ableger alle heißgeliebten Controllertypen unterstützen würde.

5. Das Gameplay
Als letzten Aspekt nenne ich hier wohl den eigentlich wichtigsten Punkt, denn ohne gutes Gameplay erübrigen sich sämtliche anderen Punkte ohnehin. Bis heute gibt es Spieler, die Melee als Maß aller Dinge betrachten und die immer noch aktive und sogar immer größer werdende eSports Community dazu, spricht für sich. Besonders das stark verlangsamte und etwas behäbig und oft willkürlich wirkende Gameplay von Super Smash Bros. Brawl verärgerte viele Veteranen. Der aktuellste Serienteil auf Wii U und 3DS schaffen meiner Meinung nach einen sehr guten Kompromiss für Fans beider Spiele. Aus diesem Grund würde ich mir auch wünschen, dass die Entwickler diesbezüglich ihrem Weg treu bleiben.



PS: Daumen Drücken für Paper Mario und Professor Layton! ;)

Montag, 5. März 2018

Verfolgung - David Lagercrantz





Erneut entführt und David Lagercrantz in Vertretung für Stieg Larsson in die dunkle Welt der Lisbeth Salander. Mit dabei ist natürlich auch diesmal der scharfsinnige Investigativreporter Mikael Blomkvist. Im nunmehr fünften Teil der Millennium-Serie dreht sich alles um ein ominöses Genetik-Institut, das zudem noch mit Lisbeths Vergangenheit in Verbindung stehen soll. Zu allem Überfluss sitzt Salander gerade eine kurze Haftstrafe im Gefängnis ab und gerät dort in einen gefährlichen Machtkampf, der sich bald schon über die Gefängnismauern ausbreiten soll. Lagercrantz hat es mit Verfolgung meiner Meinung nach endlich geschafft, sich richtig in die Charaktere hineinzuversetzen. Die Figuren wirken im Vergleich zum Vorgänger glaubhafter und näher dran an Larssons originaler Trilogie. Zudem schafft er es generell viel besser, den Stil und die Atmosphäre der Originale weiterzuführen und dabei etwas Eigenes hineinzubringen.

Auch der Aufbau des Romans orientiert sich mit seinem starken Fokus auf das psychologische Innenleben der Figuren wieder stärker am Original. Generell ist es erneut sehr spannend, mehr über Lisbeth Salanders Vergangenheit zu erfahren. Die Hauptgeschichte an sich ist, wie für die Reihe üblich, sehr komplex und gut durchdacht, wirkt für manche Leser aber vielleicht etwas langatmig und lässt oft an Spannung vermissen. Das ist jedoch nichts Neues und sollte Fans der Serie keinesfalls abschrecken, im Gegenteil. Meiner Meinung nach macht gerade dies die Reihe besonders und hebt sich von anderen Genrevertretern ab. Dies ist wohl einer der Gründe, weshalb die Klassifizierung als Krimi nicht ins Schwarze trifft. Vielmehr erlebt man als Leser die Beleuchtung und Aufdeckung komplexer Verstrickungen, während die gut geschriebenen und glaubhaften Charaktere ihr Innerste offenbaren.

Doch neben all dem Lob gibt es auch einige Kritikpunkte meinerseits. Lisbeth Salander ist nach wie vor eine der interessantesten literarischen Figuren, die ich kenne und meistens hat Lagercrantz ein sehr gutes Gefühl bei ihrer Darstellung. Es gibt jedoch immer wieder einzelnen Stellen, bei denen man merkt, dass dieser höchst komplexe Charakter von jemand anderem erschaffen wurde. Ich ertappte mich zwei, drei Mal dabei, dass ich dachte „würde Lisbeth das so tun/sagen?“. Und auch ihre scheinbare Unverwundbarkeit wirkt an manchen Stellen unglaubwürdig. Auch fehlt es der Geschichte insgesamt etwas an dieser pessimistischen Anschauung von Frauen in unserer Gesellschaft und dem Hass gegenüber der patriarchalen Welt. Lagercrantz versucht dies zwar immer wieder aufzugreifen und die Thematik rund um extremen Islamismus verdeutlicht dies, dennoch spürt man, dass das Thema Larsson wesentlich stärker geprägt hat, als Lagercrantz.

Insgesamt ist Verfolgung ein gelungenes Wiedersehen mit Salander und Blomkvist, bei dem man spürt, dass der Autor die Charaktere inzwischen noch besser bereift. Dennoch spürt man auch weiterhin, dass diese höchst komplexen Charaktere nicht seine eigene Schöpfung sind. Er schafft es aber trotzdem, einen großen Teil der bekannten Atmosphäre einzufangen und ich fühlte mich an einigen Stellen stark an die Erlebnisse beim Lesen der originalen Trilogie erinnert. Der fünfte der Teil Millennium-Reihe ist eine würdige Fortsetzung der Reihe und für alle Serienfans garantiert empfehlenswert. Ein literarisches Ausnahmewerk wie Larssons Original, wird die Serie meiner Meinung nach aber wohl nicht mehr hervorbringen können.